Vier Tipps für ein Wochenende in Wien

 

Wer pompöse Schlösser, Kaffeehäuser und Jugendstil mag, dem lege ich einen Wochenendtrip nach Wien ans Herz. Hier meine Tipps für einen Trip in die österreichischen Hauptstadt.

Jugendstil

Weltberühmte Architekten, Maler und Designer schufen zu Beginn des 20. Jahrhunderts beeindruckende Werke im Jugendstil. Kaum in einer anderen Stadt sind sie so gut erhalten wie in Wien. Die Formensprache dieser “neuen Sachlichkeit” ist eng mit einer kritischen Denkschule verknüpft und wendet sich gegen den Historismus, die Verklärung der Vergangenheit und Monarchie. Vor allem der Architekt Otto Wagner hinterließ in Wien seine Spuren und entwarf unter anderem die Wiener Stadtbahn, die Postsparkasse und die Kirche am Steinhof. Auch Gustav Klimt und die Künstlervereinigung der Secession gehören zu Wiens Berühmtheiten. Sein Werk „Der Kuss“ und viele andere findet ihr im Belvedere Museum, der größten Klimt-Sammlung der Welt. Auf der Seite von Wien Tourismus könnt ihr einen Plan für einen Klimt Spaziergang downloaden.

Famous architects, painters and designers created impressive works in the Art Nouveau style in the beginning of the 20th century.  Nowhere are they as well preserved as in Vienna. The formal language of this „new objectivity“ is closely linked to a critical school of thought and is directed against the historicism. The architect Otto Wagner designed the Wiener Stadtbahn, the Postsparkasse and the church am Steinhof im Vienna. Gustav Klimt and the artists‘ association of the „Secession“ are also among Vienna’s celebrities. Klimt’s painting „The Kiss“ and many others can be found in the Belvedere Museum, the largest Klimt collection in the world. On the website of Vienna Tourism you can download a map for a Klimt walk.

 

 

Kaffeehaus-Kultur

Was heute Todsünde in Berliner Cafès ist – nur einen einzigen Kaffee zu bestellen und den ganzen Tag in Zeitungen zu schmökern- war im späten 19. Jahrhundert in Wiens Kaffeehäusern Gang und Gäbe. Stefan Zweig schrieb: “Es ist eigentlich eine Art demokratischer, jedem für eine billige Schale Kaffee zugänglicher Klub, wo jeder Gast für diesen kleinen Obolus stundenlang sitzen, diskutieren, schreiben, Karten spielen, seine Post empfangen und vor allem eine unbegrenzte Zahl von Zeitungen und Zeitschriften konsumieren kann“.

What is a deadly sin in Berlin coffee shops today – ordering only one coffee and reading newspapers all day long – was common practice in the late 19th century in Vienna’s coffee houses. Stefan Zweig wrote: „It is actually a kind of democratic club, accessible to anyone for a cheap cup of coffee, where every guest can sit for hours, discuss, write, play cards, recieve his mail and, above all, has access to an unlimited number of newspapers and and magazines „.

Viele Schriftsteller nutzten die Kaffeehäuser als Schreibstube und tauschten sich sich mit anderen Literaten aus. So entstand die Kaffeehausliteratur Die Schreiber fanden hier  Inspiration für Sozialstudien und Gelegenheitsliteratur. Alfred Adler, Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler, Friedrich Torberg und Franz Werfel waren Stammgäste. Noch heute gibt es dutzende Kaffeehäuser in Wien. Die meisten sind sehr plüschig eingerichtet, mit gemütlichen Sesseln, Bistrotischen aus Marmor, Kronleuchtern und schweren Vorhängen.

Many writers used the coffee houses as a writing room and exchanged ideas with other writers. This is how the coffeehouse literature came into being. The writers found inspiration for social studies here. Alfred Adler, Hugo von Hofmannsthal, Arthur Schnitzler, Friedrich Torberg and Franz Werfel are some of the guests. Even today there are dozens of coffee houses in Vienna. Most are very plushy, with comfortable armchairs, marble bistro tables, chandeliers and heavy curtains.

 

Allein das „Café Prückel“ hat noch die originale Einrichtung aus 50er Jahren. Wir haben das „Café Central „im „Palais Ferstel“ besucht. Neben Kaffee und Torten gibt es hier auch typische Wiener Gerichte wie Würstchen, Schnitzel, Salate und Mehlspeisen. Die Wiener Kaffeehauskultur gehört übrigens seit 2011 zum immateriellen Weltkulturerbe.

Only  „Café Prückel“ still has the original furnishings from the 50s. We visited the „Café Central“ in the „Palais Ferstel“. In addition to coffee and cakes, there are also typical Viennese dishes such as sausages, schnitzel, salads and pastries. The Viennese coffee house culture has been part of the intangible cultural heritage since 2011.

Und hier noch ein paar Vokabeln für euren Besuch im Kaffeehaus:

And here are a few words for your visit to the coffee house:

Einspänner = black coffee with whipped cream topping
Melange = black coffee with the same amount of milk and cream
Brauner = black coffee with some milk.

Foto-Highlights

Im Grunde ist ganz Wien ein Paradies für Fotografen, Architekturliebhaber und Instagrammer: An jeder Ecke gibt es Paläste, große Plätze mit beeindruckenden Monumenten und Springbrunnen – selbst einfache Geschäftshäuser und öffentliche Gebäude wirken wie Märchenschlösser. Historische Gaslaternen und creme-farbene Häuser säumen die engen mit Kopfstein gepflasterten Gassen. Besonders hat mir hier die Gegend rund um den Spittelberg gefallen. Der Justizpalast und die Universität haben beeindruckende Treppenhäuser.

Vienna is a paradise for photographers, architecture lovers and Instagrammers: There are many palaces, large squares with impressive monuments and fountains – even simple commercial and public buildings seem like fairytale castles. You find historic gas lanterns, cream-colored houses and the narrow cobblestone streets everywhere. I really liked the area around Spittelberg. The Palace of Justice and the University have impressive staircases.

 

 

Nationalbibliothek

Und auch die historische Nationalbibliothek ist ein Foto wert. Allerdings kostet ein Besuch acht Euro Eintritt und es ist sehr schwierig ein Foto ohne die Menschenmassen und die vielen Erklärtafeln zu machen. Auch die Lichtverhältnisse sind eine Herausforderung. Aber der Geruch der alten Bücher, die meterhohen Regale mit den Leitern und die verzierten Decken sind beeindruckend und verschmerzen das Eintrittsgeld.

And also the historical national library is worth a photo.  A visit costs eight euros. As an amateur I found it very difficult to take a picture without the crowds and the many explanatory boards. The lighting conditions are also a challenge. But the smell of the old books, the meter-high shelves with the ladders and the decorated ceilings are impressive.

 

Palmenhaus

Ein weiterer Tipp ist das Palmenhaus, das im Garten vom Schloss Schönbrunn liegt. Ideal ist ein Besuch zum Sonnenuntergang, wenn das Licht sanft durch die Fenster scheint. Wir waren allerdings zur Mittagszeit da. Ein Grund, noch einmal nach Wien zu fahren. Der Eintritt kostet etwa 6 Euro. Weitere Foto-Spots: das Kleine Café am Minoritenplatz, die Hofreitschule, Graben, Kohlmarkt, die Universität, der Judenplatz und die Gassen rings herum.

Another tip is a visit of the Palmenhaus, which is located in the royal garden of Schönbrunn Palace. A visit around sunset when the light shines through the windows is perfect. Unfortunately we arrived at the garden at lunchtime. A reason to go to Vienna again! The entrance fee is about 6 Euro. Other photo spots: Kleines Café on Minoritenplatz, the Hofreitschule, Graben, Kohlmarkt, the University,  Judenplatz and the streets around.

Essen und Trinken

Wien hat kulinarisch mehr zu bieten als Schnitzel und Pommes. Wir haben folgende Restaurants besucht: „Erich“ und „Ulrich“ (zwei benachbarte Restaurants am Spittelberg): Hier gibt es kleine Snacks wie Tacos, frische Salate, Bowls und auch viele vegane Optionen. Wer einen schnellen Snack sucht, um keine Zeit beim Erkunden der Stadt zu verlieren: Bei „Gorilla Kitchen“ gibt es Burritos, vegetarische Burger und Hot Dogs to Go bei „Voodies“. Wer selbst kochen möchte, findet auf dem berühmten Wiener Naschmarkt eine riesige Auswahl an frischem Obst und Gemüse, Gewürzen, Fleisch und Käse. Wir haben auf dem Markt eine kurze Pause im „Neni“ eingelegt, ein orientalisches Restaurant für großen oder kleinen Hunger. Ideal sind hier die kleinen Mezze zum Teilen. Für Fans von schicken Bäckereien im Stil von “The Mill” aus San Francisco gibt es das „Joseph“, das mitten im Zentrum liegt und eine große Auswahl an Brot und Kuchen hat.  Neben den Kaffeehäusern findet ihr in Wien auch eine jede Menge fotografierenswerte Cafés, wie zum Beispiel das „Espresso“ oder auch das „Kleine Café“.

Vienna has more to offer than schnitzel and fries. We visited the following restaurants: „Erich“ and „Ulrich“ (two neighboring restaurants at Spittelberg): Here you can find small snacks like tacos, fresh salads, bowls and many vegan options. If you’re looking for a snack so you do not have to waste time exploring the city: Gorilla Kitchen offers burritos. Voodies offers vegetarian burgers and hot dogs. If you want to cook,  you find a huge selection of fresh fruits and vegetables, spices, meat and cheese on the famous Viennese Naschmarkt. We had a short break at the market at Neni“, an oriental restaurant.  The small mezze are perfect to share. For fans of chic „The Mill“ style bakeries in San Francisco, there’s „Joseph“, which is right in the center and has a large selection of breads and cakes. In addition to the coffee houses, you will also find plenty of photo-worthy cafés in Vienna, such as „Espresso“ or „Kleines Café“.

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