Seoul ist eine dieser Städte, die gleichzeitig komplett chaotisch und unglaublich effizient wirken. Über 15 Millionen Menschen, riesige Straßen, futuristische Architektur, jahrhundertealte Paläste und eine Café-Szene, für die ich jederzeit wieder zwölf Stunden fliegen würde.
Nach 8 Tagen in Seoul habe ich mir eine Menge Notizen gemacht. Das hier sind die Tipps, die ich selbst gerne vor meinem ersten Besuch gelesen hätte.
Weiterlesen: Seoul Tipps für Anfänger:innen: Meine Empfehlungen für deine erste Seoul ReiseSeoul Tipps für den ersten Trip
Erst mal ankommen
Der Flughafen Incheon gehört zu den angenehmsten Flughäfen, die ich kenne. Sauber, effizient, gut organisiert. Trotzdem: Nach einem langen Flug ist man erstmal matschig im Kopf. Am besten hast du dir schon zu Hause eine E-Sim organisiert und kannst gleich starten.
Mein Tipp: Nicht hektisch werden. Erst Geld holen, dann SIM oder eSIM checken und danach direkt um die T-Money Card kümmern.
T-Money Card: Pflichtprogramm
Die T-Money Card ist Deine Eintrittskarte für Seoul.
Mit der T-Money Card zahlst Du die U-Bahn, Busse, viele Taxis und teilweise sogar in Convenience Stores. Nach zwei Tagen denkt man gar nicht mehr darüber nach und hält die Karte automatisch überall an die Lesegeräte.
Du bekommst sie direkt am Flughafen in Convenience Stores wie GS25 oder CU. Einfach am Automaten (an den meisten U-Bahn-Stationen) Guthaben draufladen und fertig. Achtung: Du musst das Geld bar einzahlen. Mit Karte hat es bei mir nicht funktioniert.
Ohne T-Money wird Seoul unnötig kompliziert.
AREX Express Train statt Taxi
Nimm vom Flughafen den AREX Express Train Richtung Seoul Station.
Schnell, sauber, unkompliziert. Gerade nach einem langen Flug willst Du nicht erstmal im Stau hängen. Der Express-Zug bringt dich direkt ohne Stopps in ca 45 Minuten zur Seoul Station. Von da kannst du mit dem Uber oder Taxi weiter zu deiner Adresse oder du nimmst die Bahn. Der langsame Zug dauert etwa eine Stunde. Dieser kommt häufiger. Das Ticket bekommst du am Flughafen am Automaten und kannst hier mit deiner Kreditkarte zahlen.
Wenn Dein Hotel zentral liegt, bist Du damit meist entspannter unterwegs als mit dem Taxi.
Diese Apps solltest Du vorher installieren

Naver Map statt Google Maps
Das ist einer der wichtigsten Tipps überhaupt.
Google Maps funktioniert in Korea nur eingeschränkt. Navigation, Laufwege und ÖPNV-Daten sind oft unzuverlässig. Naver ist dagegen richtig gut.
Vor allem beim Busfahren hilft die App enorm, weil Du live siehst:
- wo Du gerade bist
- wann Du aussteigen musst
- welche Linie kommt
- welchen Ausgang du in der Subway nehmen musst.
Gerade in Seoul mit seinen riesigen Kreuzungen nimmt das extrem Stress raus.
Zusätzlich hilfreich:
- Papago für Übersetzungen (im Supermarkt ist alles auf koreanisch und auch die Speisekarten gibt es nicht immer mit Überetzung) oder Google Lens funktioniert genau so gut.
U-Bahn und Busfahren in Seoul
Seoul hat eines der besten Nahverkehrssysteme der Welt.
Sauber. Schnell. Klimatisiert. Günstig.
Mein Tipp: Nicht nur U-Bahn fahren. Die Busse sind oft die schönere Variante, weil Du dabei viel mehr von der Stadt siehst. Fahre nicht zur Rush Hour (8-10) und (16-18) Uhr. Vor allem nicht stadtauswärts. Setze dich niemals auf die Plätze für Alte, Menschen mit Behinderung oder Schwangere. Das ist ein No Go in Seoul. Auch wenn niemand in der Nähe ist, der diesen Platz braucht. Wenn du länger als 14 Tage reist, kann sich vielleicht auch die Climate Card für dich lohnen, die wie eine Monatskarte funktioniert und dir nicht jede Fahrt berechnet wird.


Die Paläste: Wann Du wirklich hingehen solltest
Viele rennen morgens zu den großen Palästen. Ich würde es anders machen.
Gehe kurz vor Schließzeit hin. Das Licht wird deutlich schöner für Fotos, die Gruppen werden kleiner und die ganze Atmosphäre wird ruhiger.
Vor allem:
- Gyeongbokgung Palace
- Changdeokgung Palace
funktionieren am späten Nachmittag deutlich besser als mitten am Tag. Dieses goldene Abendlicht zwischen den traditionellen Gebäuden sieht einfach toll aus. Wer im traditionellen Hanbok kommt, zahlt keinen Eintritt. Das haben wir aber nicht gemacht, fühlte sich nicht richtig an.




Die schönsten Viertel und Sehenswürdigkeiten in Seoul
Seochon
Seochon fühlt sich deutlich entspannter an als viele der komplett durchoptimierten Touristenecken.
Kleine Cafés, ruhige Seitenstraßen, kreative Läden, gute Restaurants. Weniger „Instagram-Hölle“, mehr echtes Stadtgefühl. Vereinzelte Hanok-Häuser, ein traditioneller Food-Market. Auch einige größere Markenshops (Adidas, Salomon und mehr) findest du hier.
Perfekt zum ziellosen Rumlaufen, Bar-Hopping, Restaurantbesuch oder Kaffeetrinken vor dem Palast-Besuch.


Seongsu
Seongsu ist für mich und auch viele andere eines der spannendsten Viertel in Seoul.
Ehemaliges Industriegebiet, heute Mischung aus:
- Designstores
- Specialty Coffee
- Fashion
- Pop-up-Stores
- jungen Brands
Ein bisschen wie „Seoul trifft Berlin“, nur sauberer organisiert und mit besserem Kaffee.
Gerade wenn Du Dich für Marken, Architektur oder moderne Stadtkultur interessierst, solltest Du dort Zeit einplanen. Es wird aber richtig voll sein. Denn hier gehen viele gerne shoppen.
Die Stadtmauer
Wenn Du Seoul einmal von oben erleben möchtest, solltest Du ein Stück entlang der alten Stadtmauer laufen. Die Seoul City Wall, auch Hanyangdoseong genannt, zieht sich über die Hügel rund um die historische Altstadt und bietet immer wieder beeindruckende Ausblicke auf die Stadt. Auf der einen Seite jahrhundertealte Geschichte, auf der anderen Seite eine der modernsten Metropolen der Welt. Vor allem zum Sonnenuntergang lohnt sich der Spaziergang, wenn die Stadt langsam zu leuchten beginnt.


DDP
Das Dongdaemun Design Plaza, kurz DDP, gehört zu den Gebäuden, die man in Seoul kaum übersehen kann. Entworfen wurde es von der Architektin Zaha Hadid und es wirkt fast so, als wäre ein Raumschiff mitten in der Stadt gelandet. Auch wenn Architektur normalerweise nicht ganz oben auf Deiner To-do-Liste steht, lohnt sich ein Besuch. Besonders am Abend, wenn die geschwungenen Aluminiumflächen beleuchtet werden, entfaltet das Gebäude seinen ganzen Charakter. Rund um das DDP finden regelmäßig Ausstellungen, Designmärkte und Events statt. Selbst ohne Ticket macht es Spaß, einfach durch die Anlage zu laufen und die vielen Perspektiven auf das Gebäude zu entdecken. Für mich ist das einer der Orte, an denen man sofort merkt, wie stark Design und Gestaltung zum Selbstverständnis dieser Stadt gehören. Drinnen gibt es auch einen kleinen Shop mit Design-Souvenirs und auch Seouls nieldiches rosa Maskottchen Hetchi, in das wir uns ein wenig verknallt haben.





Koreanisches Essen als Vegetarier:in oder Veganer:in
Koreanische Küche ist großartig. Aber vegetarisch oder vegan unterwegs zu sein ist manchmal komplizierter, als viele erwarten.
Oft steckt irgendwo:
- Fischsauce
- Brühe
- Fleischbasis
drin.
Deshalb lohnen sich gezielte Restaurants.
Meine Empfehlungen:
Vegan Insa
Sehr entspanntes veganes Restaurant mit koreanischen Gerichten ohne den üblichen Kompromiss-Charakter. Ich muss aber zugeben, dass es ein touristischer Laden ist. Einheimische habe ich bei meinen zwei Besuchen da nicht gesehen. Trotzdem eine Empfehlung, weil es super lecker und günstig ist. Man sitzt bei Vegan Insa draußen oder drinnen und bestellt über einen Automaten, was in vielen Restaurants so ist und das Bestellen wegen der Sprachbarriere einfacher macht. Das Bibimbap und die Fried Soy Chicken Nuggets kann ich sehr empfehlen. Nicht „okay für vegan“, sondern wirklich lecker. Für ein Abendessen haben wir zu zweit inkl. Vorspeisen und Getränken circa 25 Euro bezahlt.
Cocoro Recipe
Unser absolutes Highlight war Cocoro Recipe in Seoul. Wir waren am Ende viermal dort essen.
Ein kleiner, unscheinbarer Laden im Tongin Market, betrieben von einem unglaublich netten Ehepaar (zumindest unsere Vermutung, dass die beiden ein Paar sind). Der Besitzer spricht ein bisschen Englisch und hat uns jedes Mal neue Dinge zum Probieren hingestellt.
Besonders empfehlen kann ich das Fresh Sprout Bibimbap, den Potato Pancake und das Soft Tofu. Einige Gerichte sind vegetarisch gekennzeichnet, was in Korea leider noch nicht überall selbstverständlich ist.
Das Essen fühlt sich leicht, frisch und sehr hausgemacht an. Perfekt nach einem langen Tag in Seoul.


Specialty Coffee in Seoul: Gefährlich gut
Seoul hat eine der spannendsten Specialty-Coffee-Szenen, die ich bisher erlebt habe. Nicht nur wegen des Kaffees selbst, sondern wegen der Kombination aus Architektur, Interior, Branding und Atmosphäre.Viele Cafés wirken wie durchdesignte Magazin-Shootings, schaffen es aber trotzdem, nicht komplett seelenlos zu sein. Jeder Laden war auf seine Art besonders. Wir haben an die 30 Cafés auf Naver abgespeichert, weil das tatsächlich unsere größte Leidenschaft ist, einfach von Café zu Café zu fahren und die Gegend drum herum zu erkunden. Hier kommen die Favoriten.
Die besten Cafés in Seoul
Anthracite Coffee
Von allen Anthracite-Filialen hat mir Anthracite Coffe Seogyo am besten gefallen.
Der Laden wirkt etwas ruhiger und weniger überlaufen als die bekanntere Hapjeong-Location. Weniger „Ich mache schnell ein Instagram-Reel“, mehr Menschen, die wirklich für Kaffee dort sitzen.
Das Interior ist typisch Anthracite: roher Beton, industrielle Details, dunkle Materialien und trotzdem unglaublich gemütlich. Seoul kann diese Mischung aus rau und hochwertig einfach absurd gut. Anthracite gehört für mich zu den Cafés, die man in Seoul einfach erlebt haben MUSS. Der Kaffee ist gut, die Räume riesig und die Stimmung irgendwo zwischen Werkstatt und Designstudio. Hier hätte ich den ganzen Tag verbringen können. Schön fand ich auch die Filiale von Anthracite in Yeonhui.



Camel Coffee
Es gibt mehrere, am besten gefiel mir das Café in Seochon. Sehr minimalistisch, 70er Vintage Einrichtung. Toller Blick auf die Palastmauern und die Menschen in Hanboks. Sehr Seoul. Guter Coffee-to-go-Spot, wenn Du zwischen zwei Palästen unterwegs bist.
Protokoll
Der Laden sitzt in Yeonhui-dong, etwas abseits der typischen Touristenrouten. Ruhiger, reduzierter Laden mit Fokus auf Co-Working, richtig guten Kaffee und kein Instagram-Spielplatz. Das Interior ist extrem reduziert: helle Materialien, viel Holz, klare Linien, wenig Deko. Fast schon skandinavisch, aber mit dieser sehr präzisen koreanischen Ästhetik. Die Gegend drumherum lohnt sich übrigens ebenfalls. Yeonhui-dong fühlt sich deutlich entspannter an als Seongsu oder die Hanok-Hotspots. Viele kleine Cafés, ruhige Straßen, unabhängige Läden. Perfekt für einen langsameren Nachmittag in Seoul. Wenn ich zwischen Protokoll und Anthracite in Yeonhui entscheiden müsste, dann würde ich aber eher zu Anthracite gehen.
Le Labo Coffee
Perfekt, wenn Du Kaffee und Düfte magst. Seoul schafft es generell extrem gut, Markenwelten physisch erlebbar zu machen und Le Labo ist dafür ein gutes Beispiel. Das Café ist in einem traditionellen Hanok Haus und hat einen hübschen kleinen Innenhof, wo man entspannt sitzen kann. Außer es kommen viele Touristen vorbei. Die sind nämlich hier leider en masse unterwegs und stören die ruhige Atmosphäre des Cafés. Mir hat der Matcha dort sehr gut geschmeckt und auch der Matcha-Cookie. Als Souvenir durfte auch ein Duft mit nach Hause, der uns noch lange an die Zeit hier erinnern wird.



Errd
Das Café Errd ist ein ganz einfaches Specialty Café ohne Schnickschnack oder Fotokulisse, mit entspanntem Cafégefühl. Das Viertel hat eine Menge Cafés und Restaurants. Hier in Yongsan scheinen Büros in der Nähe zu sein, weil hier sehr viele Locals in der Mittagspause unterwegs waren. Das Café haben wir eher zufällig entdeckt. Eigentlich wollten wir uns das gehypte Café Aanzee anschauen, was uns aber gar nicht so gefallen hat. Im selben Stadtteil ist auch das Dotori Café, was überall beworben wird, für mich aber auch wie eine Touristenfalle aussieht. Davon gibt es in Seoul einige. Frag ChatGPT nach tollen Cafés in Seoul und es wird genau diese “Tourist Traps” empfehlen.
Café Farben
Netter Spot nach einem langen Tag in Seongsu. Das Café liegt ideal, um nach Stunden zwischen Concept Stores, Fashion Shops und Pop-ups einmal runterzukommen. Der Apple Crumble dort war richtig lecker, aber sehr klein. Wir wollten eigentlich noch mehr probieren, aber fast alles war schon ausverkauft. Eigentlich ein gutes Zeichen, oder?
33 Apartment
33 Apartment in Seochon war für mich eines der Cafés mit der schönsten Atmosphäre überhaupt. Wir sind dort direkt nach unserer Ankunft in Seoul. Der Eiskaffee war recht stark, aber in einem süßen Becher serviert, den man auch als Souvenir kaufen kann. Das Café ist in einem traditionellen Hanok-Haus und schafft genau diese Mischung, die Seoul so gut kann: historisch, minimalistisch und trotzdem modern. Perfekter Spot für eine kleine Pause in Seochon, bevor man wieder durch die kleinen Gassen zieht.


Poly Café
Super leckere Pastries, wie Mandelcroissants und Pain Suisse, aber auch sehr laut und voll. Lieber etwas mitnehmen.
Vonzrr Seongsu
Bekannt für den guten Kuchen und die Pastries. Passt perfekt nach Seongsu. Sehr designlastig, kreativ und mit dieser typischen Mischung aus Industrial Look und ruhiger Atmosphäre. Tolle Plätze am Fenster. Gegenüber ist das Peer To Peer Café mit ganz liebem Personal und einem sehr leckeren Mandelcroissant.



Leeodorim
Leeodorim in Seochon fühlt sich weniger wie ein normales Café an und mehr wie eine kleine Kunstinstallation. Schon beim Reinkommen bleibt der Blick sofort an diesem riesigen Vulkan hängen, der mitten im Raum steht. Viele Etagen, zwei Bereiche mit Außenplätzen und 2 vegane Kuchenoptionen: Matcha Cake und veganes Tiramisu.
Weitere Cafés in Seoul
Neben den oben genannten Cafés gibt es auch noch Filialen von blue bottle Coffee, Intelligentsia und Arabica, die wir aus den USA kannten. Das sind aber große Ketten. Schöner ist es natürlich, die koreanischen Cafés zu supporten.
Shopping in Seoul: Zwischen Design, Büchern und Korean Skincare
Auf Social Media habe ich unzählige Videos gesehen von Menschen, die mit leeren Koffern nach Seoul reisen, um vor Ort möglichst viel zu kaufen. Für alle, die shoppingsüchtig sind, ein gefährlicher Ort. Je nach Wechselkurs ist das Shoppen in Seoul sehr günstig und ab einem Einkauf von 15.000 Won bekommt man auch die Mehrwertsteuer erstatattet. Dazu solltest du deinen Reisepass dabei haben. Manche Läden ziehen die Steuer schon vor Ort ab. Alternativ kannst du zum Flughafen an einen Automaten gehen, die Bons und Pass scannen und dann nach dem Security Check in an einem weiteren Automaten das Geld wieder auszahlen lassen (es ging am Incheon Flughafen nur in bar oder über Alipay)
Meine Devise: Kauf nur, was du brauchst. Ich brauche keine 40 Paar Sneaker oder Jeans. Habe mir vorher überlegt, was in meinem Schrank noch fehlt und geschaut, wie die Preise in Seoul sind. Auch Second Hand Shops gibt es dort eine Menge. Hier kann ich aber keine Empfehlung aussprechen. Viele mögen “Fox Vintage”, der einige Filialen in der Stadt hat.
POV
Wahrscheinlich einer meiner Lieblingsläden in Seoul.Ein wunderschöner Stationery-Store mit Notizbüchern, Papeterie, Stiften, Prints und Designobjekten. Wenn Du schöne Dinge magst, wirst Du dort sehr schnell sehr viel Geld ausgeben. Der Laden geht über mehrere Etagen und sieht aus wie in einem Wes Anderson Film. Hier kann es schnell voll werden.


Freitag Store
Für Fans der Marke Pflichtprogramm. Gerade in Seoul wirken die Freitag Stores oft noch kuratierter als in Europa. Die Modelle sind ein bisschen günstiger als bei uns und in einigen Läden kann man sich auch eine customized Tasche zusammenstellen.
Olive Young
Das ist die koreanische Antwort auf DM. Skincare, Beauty-Produkte, Supplements, Masken, Kosmetik. Überall. Und meistens offen bis spät abends. Mein Tipp: Vorher auf Social Media recherchieren, welche Produkte für den eigenen Hauttyp passend sind. Mir gefiel die große Auwahl an Sonnencremes und vor allem die Sonnensticks zum Sonnenschutz auftragen für unterwegs. Wer seinen Freund:innen zu Hause eine Freude machen will, findet hier auch einige Minis und sehr viele günstige Sheet-Masks. An der Kasse wird euch ein “immediate tax refund” also die Mehrwertsteuer schon abgezogen, wenn ihr euren Reisepass vorzeigt. Ich hab gehört, dass Koreaner:innen meistens eher zu Daiso gehen, weil dieser günstiger ist. Den Laden würde ich mit “Woolworth” hier in Deutschland vergleichen.
Seoul Book Repository
Wunderschöner Ort für Menschen, die Bücher lieben. Alle Bücher sind jedoch auf Koreanisch. Trotzdem ein toller Ort zum Stöbern. Es gibt neben Unmengen an Büchern auch Schreibwaren und kleine Souvenirs. Der Laden hat eine ruhige Atmosphäre. Es gibt auch ein Café und Sitzsäcke, auf denen man es sich gemütlich machen kann.

Your Mind Bookstore
Independent Bookstore mit Fokus auf Zines, Illustration, Design und kreative Projekte. Perfekt für kleine Mitbringsel wie Lesezeichen, die besonders sind. Das meiste ist jedoch auf Koreanisch. Es gab aber auch ein Englisch-Koreanisches Zine über die Verspätungen der Deutschen Bahn. 🙂


Kyobo Books
Riesige Buchhandlung und ein bisschen ein Erlebnis für sich. Dort merkt man erst, welchen Stellenwert Bücher, Design und Bildung in Korea haben. Und alle die Bag Charms und Schreibwaren mögen, werden den Laden lieben. Dort gibt es eine große Auswahl an englischen Büchern und auch einen Tisch mit koreanischen internationalen Bestsellern, z.B. auch viel des Genres “Healing Fiction”, das ich sehr mag. Also entspannte Geschichten aus dem Alltag.
Was ich vermeiden würde
Rund um die bekannten Hanok-Viertel wird es schnell extrem touristisch. Vor allem vormittags. Abends gegen 17 Uhr soll man in Bukchon nicht mehr unterwegs sein, damit die Anwohner ihre Ruhe haben. Denn obwohl überall Schilder hängen, man möge sich leise verhalten, halten sich tatsächlich viele Reisende nicht dran. Euch wird schnell auffallen, dass in Seoul nochmal krasser als in anderen Städten ALLES zur Kulisse von Fotoshootings wird. Und damit meine ich keine Fotos mit dem Smartphone und ein paar Selfie-Sticks sondern Stative, die aufgebaut werden, Klamottenwechsel zwischen den Häusern und alle möglichen Kameras. Auch ein einfacher Cafébesuch wird für viele zur Contentproduktion. Daher konnten wir auch ganz entspannt für den Blog fotografieren, haben aber vermieden andere beim Cafébesuch zu stören. Richtig extrem wird es in der Hanok-Gegend. Daher habe ich von dort auch kaum Bilder. Es ist ganz lustig sich das mal kurz anzuschauen.
Die Insta-Hotspots sind: Die Hanok-Viertel, die Starfield Library, Ikseon Dong, Hongdae Red Road und einfach alle Spots, die einem Chat GPT als “unbedingt” machen ausspuckt. Bei Ikseon-dong bin ich tatsächlich drauf reingefallen, weil es als “lebendiges Viertel mit kreativen Concept Stores” und schöne Gassen beschrieben wurde. Ganz ehrlich: Ich fand es einfach nur schrecklich und mit einem Vibe wie am Ballermann.
Vor allem:
- Bukchon Hanok Village
- Ikseon-dong Hanok Village
sind inzwischen teilweise mehr Fotokulisse als echtes Erlebnis.
Menschenmassen, Selfie-Sticks, Warteschlangen vor Cafés und sehr viel „für Instagram gebaut“.
Ein kurzer Besuch okay. Mehr Zeit würde ich persönlich eher in Viertel wie Seochon oder Seongsu investieren.


Mein wichtigster Seoul-Tipp
Plane nicht jeden Tag komplett durch.
Seoul funktioniert am besten, wenn man sich treiben lässt:
- irgendwo spontan in ein Café geht
- nachts noch durch kleine Straßen läuft
- in einem Convenience Store landet
- plötzlich in einem winzigen Restaurant sitzt, dessen Menü man nicht lesen kann
Genau diese Momente bleiben später hängen.
Ich wünsche euch ganz viel Spaß in Seoul. Bei Fragen, schreibt mir gern eine DM auf Instagram.


